Weiterlesen, weiterlesen!
Böse war ich
Böse war ich
Nie
Geheilt von meiner Sehnsucht
Leise kaum gehört
Begeh ich meine Schuld
Verträumt
Reiß ich die Wunden
Berühre sanft
Was unerhört
Gehe weiter ohne Blick
Lass ich zurück
Heute mal nicht
Treffender hätte es – wahrscheinlich – nicht sein können. –
Vor allem in dieser Häufigkeit und dieser Reihenfolge. –
Alles so wie es das Unterbewusstsein schon vor langer Zeit vorgeahnt hat. –
Es ist faszinierend. – Zumindest endgültig, es ist endgültig. –
Was heisst – am Ende gilt es – hat am Ende Gültigkeit – ohne wenn und aber. – Oder?
Schon wieder gepatzt! Andere bekommen es doch auch hin und sehen immer perfekt aus. –
Und dabei ist es noch die gute Seite. – Also mit der Rechten die Linke. –
Die Farbe sah in dem Fläschchen so fröhlich aus und jetzt wirkt alles reichlich billig. –
Wie ist es möglich Hände ohne Muster zu haben, hell, freundlich, unschuldig, zart und doch bestimmt. – Den Fingerkuppen zulaufend, schmal, die man küssen möchte, streicheln, halten. –
Nein dieser Ton steht mir nicht!
Sie hatte gesagt ich soll mich auf die Hinterbeine stellen und mich wehren. –
Schon bei dem Wort Hinterbeine stutzte ich – sah sie mich auf allen Vieren. –
Dann ist ja alles klar!
Nagellackentferner – wie stark muss diese Farbe sein, dass sie nur mit diesem Geruch verschwindet.
Mir hat einmal jemand erzählt, dass eine Bekannte von ihm aus Versehen Nagellackentferner getrunken hat – oder war es Parfum? –
Innerlich entfernt. – Sich. – Er wusste nicht was aus ihr geworden ist. –
Sie hatte gesagt – das läuft schon – wirst sehen. –
Es ist gelaufen. –
Das hört sich ja viel versprechend an!
Genau! Genau, genau, genau! – Das ist es!
Ich lasse es machen – bei dieser kleinen Asiatin, mit den kleinen Händen und dem toten Blick. –
So flink und geschickt,als wäre es mühelos. –
Heute leiste ich mir das. –
Ein starkes Stück! –
Sie weiss bestimmt was zu mir passt – sie hat einen Blick dafür. –
Sprechen, gesprochen, versprochen
Versprochen – Versprecher!
Aber vorher muss der Geruch verflogen sein. – Was soll sie sonst denken? –
Die schafft das nicht selbst – nicht mal mit der Rechten. –
In den Ritzen ist immer noch was zu sehen, Reste, Spuren, Ungeliebtes. –

Halte mich
Halte mich
Der Traum zerplatzt
Kein Schwur lässt Triebe sprießen
Bedacht von Dir mag Leben kostbar sein
Doch ohne mich
Bleibt wenigstens die Sehnsucht

Kein Wort über die Leere
Beschämt und doch vergnüglich. – Mit Vorwitz, unverholen tritt sie ein.
Vergessen unsre letzte Nacht, vergessen was so gar nicht trüblich mich umgab.
Hatz Fatz vorbei – nun bist du da. – Alt bekannt, wie ein Pärchen, dessen goldne Zeit
Schon längst gewesen. Ich kuschle mich in deine schwülstig warme Süßlichkeit und Tränen
Wagen sich hervor. – Melancholie geboren aus dem Nichts. Vertreibe meine Kraft und schaffe Sehnsucht, die mich traurig macht.
Ziehe ein und fühle nichts – sollte doch die Freiheit sein. Blaue Luft, ein kühner Schritt
Zu neuen Ufern meines Seins. – Verdammt wo bleibts.
Doch froh Gemuts, wandle ich auf schmalem Steg, der Abgrund hält mich aufrecht.
Ein trefflich Lehrer für das Rückrad, dass gar zu gern sich beugt.
Genuss als Mittel gegen Trübsal, nur bringts der Stengel nicht so recht. Erwähnte ich das Putzen? – nicht? – nun denn, so seis.
Schau ich in den tiefen Eimer, spiegle mich und fühl mich doch verkannt. – Tauche meinen Lappen in das warme Nass. – Nun beginnt die harte Phase, der Kampf, das zuviel mich umgibt. Alles was mich auf Bodenhöhe quert – ein Hindernis. Gäbs doch diese Freiheit, und wärs nur für den Feudel, der ohne Rast mit vollem Schwung durch diese Ebne glitt.
Nun stoß ich hier, verkannte dort – ein Wisch voll Kompromiss. An dieser Stelle folgt die Wut, warum muss ich begrenzt sein, von Stühlen, Tischen, Altpapier, banaler ist kein andres Scheitern. Zuletzt sitz ich erschöpft in meiner Lache, betrachte meinen Lappen der
Schwarz und klumpig zu mir steht.
18 Grad Minus – Teil 1
Carmen
von Georges Bizet
Musikalische Leitung: Elias Grandy
Regie: Björn Reinke
Co-Regie und Choreographie: Monica Burger
Bundesjugendorchester
Jeunesses Musicales – Junge Oper Weikersheim, 2021

Carmen: Fiorella Hincapié (CO) Escamillo: Kohoon Han (KOR)
Carmen: Fiorella Hincapié (CO)
Don José: Leo Jaewon Jung (KOR) Escamillo: Kohoon Han (KOR)
Don José: Leo Jaewon Jung (KOR)
Micaela: Ipeleng Kgatle (ZA) Don José: Jaesung Kim (KOR)
Carmen: Gabriela Gómez (CL)
Carmen: Gabriela Gómez (CL) Don José: Leo Jaewon Jung (KOR)
Carmen: Gabriela Gómez (CL) Don José: Leo Jaewon Jung (KOR)
Micaela: Sonja Isabel Reuter (DE) Don José: Leo Jaewon Jung (KOR)
Carmen: Gabriela Gómez (CL) Don José: Leo Jaewon Jung (KOR)
Carmen: Gabriela Gómez (CL) Don José: Leo Jaewon Jung (KOR)
Carmen: Julia Werner (DE) Don José: Jaesung Kim (KOR) Morales: Johannes Worms (DE)
Carmen: Julia Werner (DE) Don José: Jaesung Kim (KOR)
Carmen: Julia Werner (DE)
Carmen: Julia Werner (DE) Remendado: Kyoungloul Kim (KOR) Dancairo: Galen Dole (USA)
Carmen: Fiorella Hincapié (CO)
Micaela: Silvia Sequira (PT) Don José: Leo Jaewon Jung (KOR)
Carmen: Fiorella Hincapié (CO)
Carmen: Fiorella Hincapié (CO)
Carmen: Fiorella Hincapié (CO)
Carmen: Fiorella Hincapié (CO) Don José: Leo Jaewon Jung (KOR)
Carmen: Fiorella Hincapié (CO) Escamillo: Kohoon Han (KOR)
Carmen: Fiorella Hincapié (CO) Escamillo: Kohoon Han (KOR)
Carmen: Fiorella Hincapié (CO) Don José: Leo Jaewon Jung (KOR)
Morales: Johannes Worms (DE)
Carmen: Fiorella Hincapié (CO)
Carmen: Gabriela Gómez (CL)
Carmen: Gabriela Gómez (CL)
Carmen: Gabriela Gómez (CL) Don José: Jaesung Kim (KOR)
Carmen: Gabriela Gómez (CL) Don José: Jaesung Kim (KOR)
Partien/Solisten*innen
Carmen: Fiorella Hincapié (CO), Gabriela Gómez (CL), Julia Werner (DE)
Micaela: Sonja Isabel Reuter (DE), Ipeleng Kgatle (ZA), Silvia Sequira (PT)
Frasquita: Lisa Gaiselmann (DE), Bogna Bernagiewiecz (POL), Margareta Köllner (DE), Florence Kei Kuan Chong (MY)
Mercédés: Magdalena Hinz (DE), Julie Nemer (FR)
Don José: Jaesung Kim (KOR), Leo Jaewon Jung (KOR)
Escamillo: Hao Wen (CN), Kohoon Han (KOR)
Remendado: Kyoungloul Kim (KOR), Marcelo Alxandre (PT)
Dancairo: Gideon Henska (DE), Galen Dole (USA)
Zuniga: Christoph Schweizer (DE), Marko Erzar (SI)
Morales: Johannes Worms (DE)
Fotos © Holger Kral, Berlin – kral-photography.com
Mon cœur
Welch kühnes Treiben
Hat uns
In tiefes Meer gestürzt
Beäuge bunte Fische
Die kleine Fetzen
Meiner Haut verschlingen
Nur rohes Fleisch
Noch bleibt
Mit weichen Wellen
Wird nun unser Leib
Umspült
Es ist so tief
Bei Dir
Das weder
Tag noch Nacht vergeht
Versunknes Schiff
Getier
Durch meine Reste schwimmt
Und jede Öffnung
Eintritt gibt
Ich bin aufgewacht
Ich bin aufgewacht.
Hörst du.
Es gibt uns nicht mehr
Lass los
Drehe dich erst um wenn meine Schritte verhalt sind
Wie gerne gäbe ich dir ein paar schöne Erinnerungen mit auf den Weg
Doch die Dauer des Schmerzes hat so vieles verschlissen.
Wenn ich dir jetzt sagte ich liebe dich
Du würdest mich falsch verstehen
Gebe dich frei
Zu lange hat das wir beschwert
Es ist Zeit
Gestern noch
Gestern noch
Ertrug ich Deine unverholene Selbstgier
Vertraut beschwingte mich die Lust
Doch heute
Betrachte stumm
Was Tags zuvor
Wie Klebstoff zäh
Als Bindung galt
Doch heute
Betrunken möchte ich sein
Taumelnd auf dem Sofa landen
Willenlos nach morgen schreien
Ohne Sinn
Doch heute
Schlage meinen Kopf entzwei
Schleudre meinen Körper
Hin
Wo ich ihn suchen muß
Entreiß mich jetzt
Doch heute
Ist es Feigheit
Tiefes nichts
Oder ist mein Wunsch
Wo anders schon erfüllt
Gestern war
Heute ist
Und morgen wird sich zeigen
No Dance
Belächelt seid ihr
Belächelt seid ihr
Nicht müde eure schon vergebene Unschuld zu beteuern
Neigt die Köpfe
Bis die Zeit das Andlitz hebt
Stolz besteht ihr
Vielleicht bis morgen
burning rose
Wie feiner Staub
Wie feiner Staub
Im Sonnenlicht
Verschwimmt die Wahrheit
Vor dem Auge
Was einmal greifbar
Tanzt unbeschwert
Und ohne Ziel
Gemeinsam war
Vergangenheit
Ist unser
Du glaubst
Es ist
Die Macht
Die nicht
In unsren Händen liegt
Doch
Während du das sagst
Betrachte ich
Die Teilchen
Schimmernd
Von dem Schein
Der sie erleuchtet
Schönheit
Des Zerfalls
Und Ende
Eines Traums
Es ist so ruhig
Es ist so ruhig
Um uns
Gewichen alle Kraft
Verstummt der Schrei
Der aufbegehrt
Eng umschlungen
Möchte ich halten
Was jede Angst
Zersprengt
Die Trauer
Deiner Augen
So ohne Hoffnung
Liebe ist
Bewahre dich
Für jede Zeit
Vertrautheit
Gütig uns vereint
Vielleicht morgen
Vielleicht morgen
Ich lausche
Nichts
Glaubte ein leises Lächeln zu vernehmen
Vielleicht morgen
Meine Fingerkuppen suchen
Nichts
Glaubte eine warme Hand streifte meine Wangen
Vielleicht morgen
Auf meiner Zunge
Nichts
Glaubte eine Träne hätte sich verirrt
Vielleicht morgen
Deine Schritte im ersten Stock
Die Tür fällt schwer ins Schloß
Wie tragisch
Wie tragisch
Dieser Unfall
waren uns
Doch so gewogen
Verzerrt
Fast unansehnlich
Ihr Gesicht
Betrübt
Gar traurig
Dieser Anblick
Der Schmerz
Sitzt tief
Umsäumt
Von ihren Augen
Mein Finger
Auf Metal
Ein kurzes Spiel
Mit großer Wirkung
Die Kugel
Bahnt sich
Ihren Weg
Geradewohl
Und ohne Krümmung
Noch glaub ich
Diesen Hall
Zu hören
Der letzte Schlag
In dem Finale
Ich weiß nicht
Ich weiß nicht
ob es das erste war was ich gesehen habe
zumindest ist es das erste an dass ich mich erinnere
klein, dünn, etwas krumm, ragte es aus seinem Loch
Je länger ich es betrachtete desto mehr stieg mein Verlangen
Ob meine Finger geschickt genug waren wusste ich nicht
Vielleicht müsste ich mit kleinem Gerät vorgehen
bewegte sich auch alles drum herum, es blieb ungerührt
nur wenn eine Hand sich an seinem Herbergsloch zu schaffen machte
glaubte man es würde sich kurzfristig zurückziehen
Nie hätte ich geahnt, dass ein winziges Gewächs einen solch großen Eindruck hinterlassen könnte
Jetzt krallen sich meine Zehen, etwas verlegen, in die viel zu großen Pantoffeln
mein Körper in einem Bademantel der nicht nach mir riecht
Schwarzer Kaffee, aufgebackenes Brot und eine fremde Stimme die mir eine scheinbar
lustige Geschichte aus ihrem Leben erzählt
Wie ich mich auch konzentriere das meiste was zwischen gestern und heute passiert ist
ist mir entfallen
Ob ich ihn fragen darf, ob ich es entfernen dürfte
mit einem kleinen Ruck oder einem feinen Schnitt
Die Stimme lacht und schiebt seine nackten Füße auf die viel zu großen Pantoffeln
ich seziere ein Stück Käse
Bevor mein Verlangen mich übermannt muss ich gehen
jedes Messer, jede Gabel ist die reinste Verlockung
mit der Handkante kehre ich die Krümel vom Tisch auf den Teller
die Stimme hat aufgehört zu lachen
ich stehe auf und leite höflich das Ende ein
In der Tür, bevor sie schließt –
noch immer ragt es keck aus seinem Loch
An dich denk ich zurück
Haar aus Nase