Weiterlesen, weiterlesen!
Kein Wort über die Leere
Beschämt und doch vergnüglich. – Mit Vorwitz, unverholen tritt sie ein.
Vergessen unsre letzte Nacht, vergessen was so gar nicht trüblich mich umgab.
Hatz Fatz vorbei – nun bist du da. – Alt bekannt, wie ein Pärchen, dessen goldne Zeit
Schon längst gewesen. Ich kuschle mich in deine schwülstig warme Süßlichkeit und Tränen
Wagen sich hervor. – Melancholie geboren aus dem Nichts. Vertreibe meine Kraft und schaffe Sehnsucht, die mich traurig macht.
Ziehe ein und fühle nichts – sollte doch die Freiheit sein. Blaue Luft, ein kühner Schritt
Zu neuen Ufern meines Seins. – Verdammt wo bleibts.
Doch froh Gemuts, wandle ich auf schmalem Steg, der Abgrund hält mich aufrecht.
Ein trefflich Lehrer für das Rückrad, dass gar zu gern sich beugt.
Genuss als Mittel gegen Trübsal, nur bringts der Stengel nicht so recht. Erwähnte ich das Putzen? – nicht? – nun denn, so seis.
Schau ich in den tiefen Eimer, spiegle mich und fühl mich doch verkannt. – Tauche meinen Lappen in das warme Nass. – Nun beginnt die harte Phase, der Kampf, das zuviel mich umgibt. Alles was mich auf Bodenhöhe quert – ein Hindernis. Gäbs doch diese Freiheit, und wärs nur für den Feudel, der ohne Rast mit vollem Schwung durch diese Ebne glitt.
Nun stoß ich hier, verkannte dort – ein Wisch voll Kompromiss. An dieser Stelle folgt die Wut, warum muss ich begrenzt sein, von Stühlen, Tischen, Altpapier, banaler ist kein andres Scheitern. Zuletzt sitz ich erschöpft in meiner Lache, betrachte meinen Lappen der
Schwarz und klumpig zu mir steht.
Belächelt seid ihr
Belächelt seid ihr
Nicht müde eure schon vergebene Unschuld zu beteuern
Neigt die Köpfe
Bis die Zeit das Andlitz hebt
Stolz besteht ihr
Vielleicht bis morgen
Pia
Warum ging dieses Stäbchen immer so schwer in die vorgestanzten Löcher.
Mit der einen Hand hielt sie das zarte Riemchen, mit der anderen versuchte sie, das Stäbchen mit Treffsicherheit an seinen Bestimmungsort zu bringen.
Mit einem flüchtigen Blick nahm sie wahr, dass die Sonne schien. – Also höchste Zeit, nach draußen zu gehen. – Mit großem Schwung fand sie ihren Stand auf den nun angeschnallten, gigantisch hohen Pumps.
Jetzt musste nur noch durchdacht sein, welcher Mantel an einem solchen Tag passend war.
Nichts durfte heute, gestern, morgen, zufällig oder gar beliebig sein.
Sie war bereit. Ein kurzer intensiver Blick in das reflektierende Gegenüber und die Tür wurde geschlossen.
Egal wo sie auch hinging, war ihr Schritt immer zielstrebig und durchdringend. Ihre Augen sezierten ihr Feld und gaben die gewonnen Informationen an die Geschichtenmaschine weiter.
Am liebsten trug sie Sonnenbrille, um die Richtung und den Ausdruck ihrer Augen verborgen zu halten. Je mehr sie Äußeres wahrnahm je mehr konnte sie sich von ihren Gefühlen schützen.
Es war von Mal zu Mal das Gleiche – sie verliebte sich. – Nur kurz. – Dann war er einer der Seiten, die mit Nagellack zusammengehalten werden und nur mit Zerstörung wieder voneinander getrennt werden konnten.
Mit dem trocknen des Nagellacks, an den Seiten ihres Tagebuchs, glaubte sie auch jedes Mal, diesen fatal chemischen Geruch des Lacks auf der Zunge zu schmecken.
Keine der Seiten hatten eine Bedeutung, so wollte sie es wissen, und doch etwas blieb.
Warum wollte jeder mehr erfahren, als das was offensichtlich war. – Sie war doch nicht mal selbst bereit. – Wozu ? – Solche unvermeidlichen Diskussionen blähten ihren Kopf und trieben ihn wie eine Leiche ans Ufer.
Duxius – Daredevil
Konzeption, Regie, Choreografie für das Video „Daredevil“ von Duxius.
Dein Herz
Dein Herz
So schwer
Begräbt
Was leicht noch
Gestern
Heimat fand
Ich sehe
Ohne Furcht
Doch hartes Wort
Liegt auf den Lippen
Beschleunigung
Und Abgesang
Drum hebe an
Die Hoffnung
Wagt
Verborgne Kraft
Böse war ich
Böse war ich
Nie
Geheilt von meiner Sehnsucht
Leise kaum gehört
Begeh ich meine Schuld
Verträumt
Reiß ich die Wunden
Berühre sanft
Was unerhört
Gehe weiter ohne Blick
Lass ich zurück
Bambis Schwestern
Red Suite in case
Red Suite in case
Falling down under my feet
Solution
Preparing eternity
You falling case
You falling case
You falling case
Red
The burning rose of distruction
Night knive soldier is killing
My lonleyness
Give me your hand refuging
The burning rose of distruction
For ever
For ever
For ever
It might be my last cry
Cheers befor I die
It might be my last cry
Cheers before I die
For ever
Tango auf der Brücke
18gradminus
Seine subjektive aus dem Fenster auf die Strasse.
Man hört das klicken der Ampel.
Sein Spiegelbild ist im geöffneten Fenster zu sehen,
als er aus dem Bild geht.
Im Bild – das leere Zimmer, das spärlich eingerichtet ist.
Eine Küchenzeile – 2 Betten – 1 Kommode
und ein geschmückter Weihnachtsbaum.
Zuerst hört man nur das Brummen des Kühlschranks
und das unablässige Klicken der Ampel.
Dann wird aus dem Nachbarraum das Geräusch einer Dusche vernehmbar.
Die Tür wird aufgeschlossen und sie betritt die Wohnung.
Sie stellt die mitgebrachte Plastiktüte neben den Kühlschrank.
Sie füllt Wasser in einen Wasserkocher und bereitet sich einen Beuteltee.
Mit der Teetasse und einer Zuckerdose setzt sie sich auf das Fensterbrett
und schaut auf die Strasse.
Sie leckt ihren Zeigefinger ab und taucht ihn in den Zucker.
Die Zeit wird immer langsamer und der Blick der Kamera immer genauer.
Die Kamera tastet den Raum ab.
Im Spülbecken ist ein Teller mit Essensresten, auf dem sich Fliegen paaren.
Die Kamera sucht nach Kleinigkeiten, Indizien.
Sie taucht den Teebeutel ins Wasser und zieht ihn vorsichtig wieder heraus.
Ihr Blick geht auf den Gehweg unterhalb des Fensters.
Man sieht einen großen Fleck.
Sie schaut durch das Fenster hindurch auf die Küche.
Noch immer brummt der Kühlschrank –
noch immer ist das Klicken der Ampel zu hören.
Sie geht aus dem Bild.
Im Off vernimmt man das Öffnen des Kühlschranks
und das Knacken beim Öffnen des Gefrierfachs.
Sie sitzt wie ein Kind vor dem geöffneten Eisschrank
und entwickelt – wie zu Weihnachten – das tote Embryo aus Staniolpapier.
Mit viel Ruhe holt sie aus ihrer Jackentasche ein paar Häkelsöckchen
und stülpt sie über die winzigen Füße.
Das Rauschen der Dusche hört auf
und Sie wickelt ihr Kind schnell aber behutsam wieder ein,
schließt das Gefrierfach und den Kühlschrank.
Sie geht zum Fensterbrett – nimmt ihren erkalteten Tee.
Es dämmert.
Aus dem Kiosk an der Ecke ist der singende Weihnachtsroboter zu hören.
Sie schließt das Fenster und setzt sich aufs Bett.
Er kommt herein – schaltet den Christbaum ein
und geht ohne ein Wort zum Kühlschrank – nimmt sich ein Bier,
öffnet es und setzt sich auf die andere Seite des Betts.
Du stehst im Wort
Du stehst im Wort
Vereinsamt
Vergessen
Glaubst Du
Frei zu sein
Doch trügt Dich
Dieser Schein
Umgrenzt nur
Kann das nichts
Befreit
Unendlichkeit
Erschaffen
Verweht
Der Tritt
Den Du verlassen
Nur vager Dunst
Das Ziel
umschreibt
Mon cœur
Welch kühnes Treiben
Hat uns
In tiefes Meer gestürzt
Beäuge bunte Fische
Die kleine Fetzen
Meiner Haut verschlingen
Nur rohes Fleisch
Noch bleibt
Mit weichen Wellen
Wird nun unser Leib
Umspült
Es ist so tief
Bei Dir
Das weder
Tag noch Nacht vergeht
Versunknes Schiff
Getier
Durch meine Reste schwimmt
Und jede Öffnung
Eintritt gibt

Traum Bambis Schwestern
Julie und Mimmi sind vor der Kapelle, an den Gebetsbänken.
Julie hat den Kopf tief nach vorne gebeugt.
Beide haben ein Kommunionkleid an und zwei Schleier liegen auf den Bänken.
Mimmi steht neben Julie und gießt vorsichtig Wasser aus einer Kanne über Julies Kopf.
Julie richtet sich auf und ihr geschorene Kopf wird sichtbar.
Mimmi küsst Julie auf die Stirn und setzt ihr den Schleier auf den Kopf.
Peter steht im Pfarrerordinat in der Kapelle und entzündet eine Kommunionskerze.
Er blickt nach draußen und sieht Julie und Mimmi in den Wald laufen.
Mimmi verliert dabei ihren Schleier.
Peter geht zurück in die Kapelle und löscht die Kerze.
Im Off
Peters Stimme – Gesang
Bereut
Geglückt ist der Verstand
Folge euch wo ihr auch seid
Doch treffe nicht das Herz
Nicht böse auch nicht rein
Magie und Sehnsucht
Zweifel
Das Schicksal strömt durch meine Lippen
Ein Licht in meinem Herz
Erlischt
Im Dunklen such ich meinen Weg
– 18 –
Du wolltest aufhören das zu machen
Du wolltest aufhören das zu machen
Ja ich wollte aufhören damit
Wie geht es dir
Ich weiß nicht
Natürlich weißt du
Es ist gerade nicht der richtige Zeitpunkt
Was heißt das
Mach dir keine Gedanken
Mach ich aber
Ich bin einfach verwirrt
Du musst nicht stark sein
Will ich aber
Du stehst am Abgrund du kannst jetzt nicht noch alles Mögliche ausprobieren
Ja ich glaube ich fühl mich komisch
Mach dir doch nicht selbst so einen Druck
Ich hab keine Ahnung – ich finde einfach keine Lösung
Du musst nichts lösen alles was du machst ist richtig
Ich schaff das nicht
Du musst nichts schaffen
Ich suche ja
Nein du suchst nicht
Doch wirklich ich suche aber hab noch niemanden gefunden
Wenn du wirklich suchst wirst du auch finden
Es ist besser wenn ich gehe
Warum läufst du davon
Ich mag dich sehr
Jetzt machst du dirs aber richtig einfach
Was auch immer das heißt
Kommst du wieder
Ich glaube nicht – nein ich komme nicht wieder
Kannst du nicht einmal normal ins Bett gehen, normal schlafen und normal aufwachen
Ich hab doch schon viel verändert
Du sollst nicht alles auf einmal machen, nimm dir mal das was du möchtest
Is da noch was von der Schokolade im Kühlschrank
Cold Song
Narziss
Narziss
Zwei Lieben
Traut im Spiel
Doch ängstlich
Mutlos
Worte kaum entstehen
Fast wie Geschwister
Gibt man sich
Dem Treiben hin
Doch Augen
Sind geschlossen
Nicht Feuer
Pure Gier
Bezwingt
Was ungesehen
Sich reibend
Lust zu eigen macht
Gelobtes Leid
Gelobtes Leid
Das schwer auf meinen Schultern rastet
Magst lustig dich vergnügen
Doch sei gewiss
Auch du bist nur
Weil gnädig
Ich dir diesen Platz gewähre
Sobald die Last
Keinen Halt mehr findet
Wird auch sie den Boden küssen
Drum bleib gewarnt
Bevor ein Lächeln dich verwirrt
Und streitig macht
Was scheinbar doch
Zu deinem Reich gehört
Ungeahnte Leichtigkeit
Beraubt – entsinnt
Die Macht
Leid
Versteh nicht miss
Vertreiben war nicht mein Gedanke
Doch wenn’s geschieht
So ists an dir
Mit Stolz und ohne Zagen
Vergangenheit zu sein