Weiterlesen, weiterlesen!
Gestern noch
Gestern noch
Ertrug ich Deine unverholene Selbstgier
Vertraut beschwingte mich die Lust
Doch heute
Betrachte stumm
Was Tags zuvor
Wie Klebstoff zäh
Als Bindung galt
Doch heute
Betrunken möchte ich sein
Taumelnd auf dem Sofa landen
Willenlos nach morgen schreien
Ohne Sinn
Doch heute
Schlage meinen Kopf entzwei
Schleudre meinen Körper
Hin
Wo ich ihn suchen muß
Entreiß mich jetzt
Doch heute
Ist es Feigheit
Tiefes nichts
Oder ist mein Wunsch
Wo anders schon erfüllt
Gestern war
Heute ist
Und morgen wird sich zeigen
Mon cœur
Welch kühnes Treiben
Hat uns
In tiefes Meer gestürzt
Beäuge bunte Fische
Die kleine Fetzen
Meiner Haut verschlingen
Nur rohes Fleisch
Noch bleibt
Mit weichen Wellen
Wird nun unser Leib
Umspült
Es ist so tief
Bei Dir
Das weder
Tag noch Nacht vergeht
Versunknes Schiff
Getier
Durch meine Reste schwimmt
Und jede Öffnung
Eintritt gibt
Vergilbt
Vergilbt
Und ohne Glanz
Tritt ab
Was kaum
Des Sehnens wert
Zurück bleibt
Schal
Geschmack
Getrübter Hoffnung
Kein Weg
Zu Dir
Kein Weg
Zu uns
Vergnüglich
War der Anfang
Doch wächst
Kein Gras
Auf kargem Stein
Böse war ich
Böse war ich
Nie
Geheilt von meiner Sehnsucht
Leise kaum gehört
Begeh ich meine Schuld
Verträumt
Reiß ich die Wunden
Berühre sanft
Was unerhört
Gehe weiter ohne Blick
Lass ich zurück
Duxius – Daredevil – Making Of
Konzeption, Regie, Choreografie für das Video „Daredevil“ von Duxius (Youtube ↗).
Fotos © Holger Kral, Berlin – kral-photography.com
Red Suite in case
Red Suite in case
Falling down under my feet
Solution
Preparing eternity
You falling case
You falling case
You falling case
Red
The burning rose of distruction
Night knive soldier is killing
My lonleyness
Give me your hand refuging
The burning rose of distruction
For ever
For ever
For ever
It might be my last cry
Cheers befor I die
It might be my last cry
Cheers before I die
For ever
Fall – Beispiel
Enno sitzt vor seinem Leberwurstbrot und dem lauwarmen Kakao auf dem sich eine Haut gebildet hat.
Fast unbewusst greift sich Enno zwischen die Beine, wenn er die zusammengezogene Milch mit einem kleinen Löffel von der Flüssigkeit trennt.
Sie hatte nicht mitbekommen, dass er bereits 13 war, seine Vorlieben und sein Körper sich verändert haben. Für sie wird er wohl noch immer der Junge sein, der, wenn er schlecht geträumt hat, ins Bett gemacht hat und sich damit rausredet, er hätte diese Nacht so sehr geschwitzt. Sie wusste nicht, dass er an manchen Tagen keine Farben sehen konnte und der einzige Freund nachts, sein noch lebender Teil zwischen den Beinen war.
Er wusste, auch sie war einsam und daher wollte er sie nicht auch noch enttäuschen.
Mit geschlossenen Augen biss er in das Brot, über dessen Rand niemals Wurst ragte und schluckte das Stück ohne zu kauen mit einem großen Schluck Kakao hinunter.
Auf dem Jungsklo
Reno: Wollen wir Unterhosen tauschen? – Hätte gerne den Geruch von deinem an meinem.
Enno: Ich bin nicht schwul.
Reno: Woher willst du das denn wissen, außer dir selbst hats ja wohl noch keiner mit dir getrieben.
Enno: Warum fragst du mich? – Piet hat bestimmt ne Hose von Boss und lässt auch noch ein bisschen was zum lecken drin.
Reno: Deiner gefällt mir besser. – Laß mich mal riechen, ich bin Experte.
Enno: Fass mich bloß nicht an, sonst hau ich Dir eins in die Eier, dann kannst du die Zelte deiner Oma nehmen.
Reno: Bleib geschmeidig Kleiner. – Ich bin auch nicht schwul, aber zum spielen hätt ich trotzdem Lust. – Ruf mich an.
Enno hatte gehofft, sie würde sich ändern. – Jetzt waren sie schon mehr als ein Jahr von ihm weg und sie saß immer noch bis morgens um drei vor dem Fernseher, in ihre Polardecke gehüllt und schlief. Dabei sah ihr Körper fast aus, als hätte sie Magenschmerzen.
Wenn er unerwartet nach Hause kam, stand sie vor dem Fenster und sah nach draußen.
Am liebsten hätte er für sie geschrien, stattdessen machte er nur den Kühlschrank auf, nahm sich eine Cola und ging, Langeweile demonstrierend, auf sein Zimmer.
In diesen Momenten hasste er sie für ihre Schwäche. – Warum nahm sie ihn nicht wahr, er würde alles tun, nur um einmal von ihr gesehen zu werden.
Das Gespräch mit Reno hatte ihn vollends aus der Bahn geworfen. – Wenn er jetzt auch noch schwul wäre. Zusammengekrümmt lag er auf seinem Bett und versuchte dem Drang zu wiederstehen, wenn er jetzt stark sein kann dann würde alles gut werden, er durfte nur nicht schwach werden. Sie brauchte ihn, ob er wollte oder nicht.
Belächelt seid ihr
Belächelt seid ihr
Nicht müde eure schon vergebene Unschuld zu beteuern
Neigt die Köpfe
Bis die Zeit das Andlitz hebt
Stolz besteht ihr
Vielleicht bis morgen
Zwei Katzen
Zwei Katzen
Mag man meinen
Sind häufig
Eins zuviel
Doch trug sich zu
Das Schicksal
Die beiden Aug in Aug
Ein andres Wesen sahen
Nun war es schon zu spät
Mit wüster Liebelei
burning rose
Abbilder
Rita
Der harte Gummistöpsel war wie immer tückisch. – Nie wusste man genau, ob er das Wasser hindurch ließ. – So war es besser, den Stand genau zu beobachten um eine ungewollte Durchlässigkeit zu verhindern.
Das laute Einfließen des Wassers, dass von der Resonanz der befliesten Wände noch verstärkt wurde, war wie ein akustischer Coucon, dessen Präsenz das Gehirn ausschaltete.
Gewissenhaft prüfte Rita die Temperatur. – Keinesfalls durfte es zu kalt sein, dann doch lieber leicht verzweifelt den Schmerz des heißen Wassers ertragen bis der Körper selbst sich an diese Situation gewöhnt hatte.
Rita trug heute den türkis geblümten Bikini, der zwar ihre leichte Blässe unterstrich, aber so
wunderbar zu den zartgrünen Fliesen passte.
Jedes mal aufs Neue war der Moment, an dem der Wasserspiegel die Nabelgrenze passierte, eine Offenbarung. – Einzutauchen.
Sie wusste, es war an der Zeit eine Entscheidung zu treffen, doch wie kann man eine solchen
Moment der vollkommen Hingabe durch Konkretion zerstören. Mit geschlossenen Augen ließ sie, durch kaum merkliche Bewegungen, Wellen entstehen, die sich liebevoll an ihrem Hals brachen.
Allmählich schleicht sich die Angst ein. – Die Vorahnung, wie es sein wird, wenn das Wasser sinkt und am Körper die Kälte zurücklässt. Dieses Wissen drückte sich von Mal zu Mal schneller ins Bewusstsein und verkürzte tragisch die Zeit des Genusses.
Das provokante Rülpsen, wenn der letzte Rest im Loch verschwindet und die schrumpelige Haut durch eiskaltes Wasser abgeschreckt wird.
In diesen Momenten ersehnte sich Rita jeweils, ein fürsorglicher Beschützer hielte, aus dem Nichts kommend ein vorgewärmtes leicht raues Badetuch bereit und umhüllte sie, bevor sie in die Realität zurück kam.
Manchmal überlegte sie, wie dieser Ritter aussehen könnte und hoffte insgeheim, durch ein
solches Zeichen eine Möglichkeit für eine mögliche Entscheidung für sich zu entdecken.
Warum war es an ihr zu bestimmen was geschieht, warum konnte das Leben nicht unerwartet eine vergessene Tür öffnen. – Wie man verzweifelt am Automaten an der U- Bahnhaltestelle steht und feststellt, dass man sein Geld zuhause hat liegen lassen. Plötzlich bemerkt man das Loch in der Manteltasche und als man tiefer greift findet man drei Euro die sich im Futter verfangen haben.
Ein kleiner akrobatischer Akt, den Plastikverschluss zum Klicken zu bringen. Auch nach dem Öffnen mag sich das nasse Körbchen kaum vom Busen trennen.
Mit aller Kraft presste Rita das Wasser aus dem Stoff, ein Würgevorgang der sie wieder an ihre eigentliche Wut erinnerte.
Je mehr sie diese Rituale hasste desto mehr wurden sie unvermeidliche Gewohnheit.
Musik. – Er war zurück. Sie war noch nicht bereit.
Mit beiden Armen griff sie in den mit schon trockener Wäsche gefüllten Wäschetrockner.
Die Waschschüssel hatte sie draußen stehen lassen. – Also war die Badewanne die einzige Möglichkeit. Auf dem kurzen Weg von Trommel zur Wanne waren zwei Socken und ein Waschlappen abhanden gekommen. – Langsam ging Rita in die Knie. – Nach einigen Minuten legte sie den türkisfarbenen Bikini in die freigewordene Trommel und konnte erst wieder aufatmen, als das Geräusch des Trockners sie von draußen abschirmte.
Es ist lange her, dass sie es ertrug, Geräusche mit ihm, in einem Raum, zu hören. – Dabei kam es nicht darauf an, ob er, sie oder etwas anderes dieses Geräusch verursachten.
Alleine die Tatsache, gemeinsam wahrnehmen zu müssen, brachte ihr Herz zum Rasen und
ließ sie zu unkontrollierten Wutausbrüchen hinreißen. – Das Absurde war nur, wenn er nicht da war, umgab sie die Stille wie kalter Schweiß.
Tag für Tag suchte sie nach dem Fehler. – Irgendetwas musste sie übersehen haben.
Doch je mehr sie dachte je mehr zersetze sich ihr Wille zu handeln.
Wenn er ihre Hand nahm um sie zurück zu ziehen, spürte sie seine Hilflosigkeit und ihre ungerechte Wut gab ihm keine Chance.
Manchmal war es gerade sein Verständnis, dass die Situation unkontrollierbar werden ließ.
Manchmal seine demonstrative Konkretion seiner Gesten und Handlungen.
Vielleicht war es besser gänzlich ins Badezimmer zu ziehen und erst wenn auch die letzte
Schwingung seiner Bewegungen verklungen sind, nach draußen zu kommen.
Ich liebe ihn. – Doch es ist, als hätte man gerade eine Allergie gegen etwas was man besonders mag und ohne das man sich sein Leben kaum vorstellen kann.
Immer wenn sie entschlossen den Trockner abstellte, war sie sich sicher, dass sie eine Entscheidung getroffen hätte, doch sobald sie die Tür entriegelt und nach draußen trat hatte sie die getroffene Entscheidung vergessen und überlegte während sie ihn umarmte wie sie doch gewesen war. – Aber sie war ihr entfallen.
Lieder …
Keine Träne
suche Dich
– unsterblich –
weites Land , die Berge ohne Schnee
Tunnel Licht
Tunnel Licht
vergeblich
der Mond – er bleibt
wenn wir schon längst gegangen
es rinnt – unhaltbar
befeuchtet meine Lippen
bitter
Kuss
In der Nacht wird der Mund trocken
In der Nacht wird der Mund trocken. Ich liege wach und überlege ob ich trinken soll.
Dein Atem ist flach. Immer wieder überfällt mich die Angst du könntest aufhören, dich davonstehlen. Wie ein Dieb der glaubt genug erbeutet zu haben.
Die nächtliche Einsamkeit ist eine andere als die am Tage. Bedrohlicher, entgültiger.
Es ist absurd, den ganzen Tag ersehne ich den Abend. Ist er da so möchte ich mich betäuben, um die kommende Nacht zu überleben. Wie zwei Selbstmörder wollen wir die Schuld unseres Leids dem anderen abtrotzen. Der Wein seziert sarkastisch unser Hirn und wir rasen ungebremst in ungewollte Feindschaft.
Eine zwei Liter Flasche Wasser steht neben meinem Bett und ich bin unfähig sie zu greifen.
Als wäre ich so geschwächt, dass der Körper seinen Willen verloren hat.
Ich weiß wie sehr ich dich mal für mal verletze. Spüre deine Verzweiflung wenn ich dir keine Chance belasse zu mir zu dringen. Du möchtest mich schütteln mir wehtun um wenigstens meine Hülle zu erreichen. Stumm schreie ich dir zu – gib auf. – Doch nur du weißt ich lüge.

Traum Bambis Schwestern
Julie und Mimmi sind vor der Kapelle, an den Gebetsbänken.
Julie hat den Kopf tief nach vorne gebeugt.
Beide haben ein Kommunionkleid an und zwei Schleier liegen auf den Bänken.
Mimmi steht neben Julie und gießt vorsichtig Wasser aus einer Kanne über Julies Kopf.
Julie richtet sich auf und ihr geschorene Kopf wird sichtbar.
Mimmi küsst Julie auf die Stirn und setzt ihr den Schleier auf den Kopf.
Peter steht im Pfarrerordinat in der Kapelle und entzündet eine Kommunionskerze.
Er blickt nach draußen und sieht Julie und Mimmi in den Wald laufen.
Mimmi verliert dabei ihren Schleier.
Peter geht zurück in die Kapelle und löscht die Kerze.
Im Off
Peters Stimme – Gesang
Bereut
Geglückt ist der Verstand
Folge euch wo ihr auch seid
Doch treffe nicht das Herz
Nicht böse auch nicht rein
Magie und Sehnsucht
Zweifel
Das Schicksal strömt durch meine Lippen
Ein Licht in meinem Herz
Erlischt
Im Dunklen such ich meinen Weg
– 18 –
Wie feiner Staub
Wie feiner Staub
Im Sonnenlicht
Verschwimmt die Wahrheit
Vor dem Auge
Was einmal greifbar
Tanzt unbeschwert
Und ohne Ziel
Gemeinsam war
Vergangenheit
Ist unser
Du glaubst
Es ist
Die Macht
Die nicht
In unsren Händen liegt
Doch
Während du das sagst
Betrachte ich
Die Teilchen
Schimmernd
Von dem Schein
Der sie erleuchtet
Schönheit
Des Zerfalls
Und Ende
Eines Traums
Denken sie
Denken sie
Auch manchmal
An mich
Beschaulichkeit
Setzt Triebe
Gedanken
Von der Zeit
Entkoppelt
Ihr Mund
Soweit
Gar manchmal
Scheu ich
Ihren Blick
Da ihre Hand
Auf meiner liegt
Bedacht
Setz ich den Fuß
Als könnte ich
Entkommen
Nur scheinbar
Weiche ich
Dem Sog
Möchte kraftvoll
Mich ergeben
Bambis Schwestern
Bekränzt erwacht
Bekränzt erwacht
In wüstem Land
Gewandert
Verschoben
Schon morgen
Wird der Blick
Ein anderer sein
Doch auch
Verwischte Spuren
Haben einen Abdruck
Gesuchter Mund
Vertieft
Vergraben
In verzauberter
Vergänglichkeit
Belasse Dich
zum Schwur
mit Schweigsamkeit







